Königreich des festgetackerten Lächelns – Über das Glücksversprechen des Wohlfühlkinos

Seit dem Ende der 1970er Jahre gilt im Königreich Bhutan das so genannte „Bruttonationalglück“ als oberstes Entwicklungsziel. Anstatt wie andere Länder sein Heil primär im Wirtschaftswachstum zu suchen, strebt man in dem südasiatischen Himalaya-Staat danach, durch buddhistische Prinzipien die messbaren Ausprägungen von Zufriedenheit zu fördern. Es gibt weltweit kein anderes Land, welches einen ähnlichen Ansatz verfolgt.

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To Steal from a Thief

Die Bewegungsdramaturgie des Banküberfalls ist simpel: Rein, raus, dann immer in Richtung Horizont. To Steal from a Thief erzählt von dem Chaos, das entstehen kann, wenn diese einfache Choreographie unterbrochen wird. Von den Kräften, die sich anstauen und in alle Richtungen entladen. Regisseur Daniel Calparsoro hat einen Film über das Scheitern gedreht: Sowohl über das individuelle, menschliche Versagen, als auch über das strukturelle, wirtschaftliche und politische.

Filmstill aus To Steal From a Thief; Copyright: Koch Films

Filmstill aus To Steal From a Thief; Copyright: Koch Films

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Cell

Schon lange bevor der erste Zombie auftaucht, hat Cell seine Schreckensvision vollständig ausformuliert: Mit einer Kakophonie sich überlagernder Stimmfetzen und Bildern von Menschen, die mit ihren Mobiltelefonen verwachsen scheinen, beschwört Regisseur Tod Williams den Schrecken der globalen Vernetzung herauf. Basierend auf dem Roman Puls von Stephen King erzählt der Hybrid aus Science-Fiction und Horror die Geschichte eines mysteriösen Funksignals, das Menschen in blutrünstige Mörder verwandelt.

Filmstill aus Cell; Copyright: Concorde Filmverleih GmbH

Filmstill aus Cell; Copyright: Concorde Filmverleih GmbH

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Tod als Chance – Sommerblockbuster und der Bedeutungsverlust des Kinos

Im Kino geht mal wieder die Welt unter und in der Welt mal wieder das Kino. Wie jedes Jahr: Wenn die Zeit der Leinwand als Schlachtplatte zu Ende geht, wird resümiert über das besonders teure Kino. In diesem Jahr lag es schwer im Magen und hat den Journalisten der Welt Albträume vom Untergang beschert. Vieles, was es im Sommer zu sehen gab, war egal, und so kann man es Wired-Autor Brian Raftery kaum verübeln, wenn er fragt: Could this be the year the movies stopped mattering? Ist 2016 das Jahre, in dem Filme aufhören, wichtig zu sein?

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Das Box Office als Wahlurne – Gibt Erfolg an der Kinokasse den Fans recht?

Es gibt viele Gründe, einen Film zu lieben. Vielleicht für seine spannende Geschichte oder die originelle, überraschende Machart. Aufgrund der gewitzten Dialoge, atemberaubenden Bilder, einer mutigen Aussage oder des Schimmerns des Mondlichts auf den Gesichtern des Liebespaares beim ersten Kuss in der persönlichen Lieblingsszene. Manche Gründe sind weniger naheliegend, haben sie doch mit dem Film selbst kaum etwas zu tun: In der Ära des modernen Franchise-Kinos beschäftigen sich Fans oft im gleichen Maße mit dem Erfolg eines Blockbusters an den Kinokassen wie mit dem Film selbst.

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Wie Kassenschlager aus China den amerikanischen Blockbuster verändern

Goldgräberstimmung klingt nur nach einem erstrebenswerten Zustand, wenn man dabei nicht tatsächliche Goldgräber vor Augen hat. Die amerikanischen Schürfer, die sich im 19. Jahrhundert vom Goldfieber packen ließen, waren oft Getriebene, die eine Chance sahen, bitterster Armut zu entkommen. Die meisten von ihnen gingen leer aus. Angesichts des rasant wachsenden chinesischen Filmmarktes herrscht gegenwärtig Goldgräberstimmung in Hollywood. Arm ist man in der Traumfabrik längst noch nicht, doch im Laufe der nächsten Jahre wird China die USA als größter Kinomarkt überholen. Bereits 2017 soll es vielen Analysten zufolge soweit sein. Es ist ein Prozess, der am amerikanischen Blockbuster-Kino nicht spurlos vorübergehen wird.

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Gierige Augen – Vom Wunsch, alles zu sehen

„Ich habe einen Schnelllesekurs gemacht und Krieg und Frieden in zwanzig Minuten gelesen. Es hat etwas mit Russland zu tun.“ Dieser Witz aus Woody Allens Zeit als Bühnenkomiker ist schon über fünfzig Jahre alt und persifliert dennoch treffend eine Haltung, die sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreut, vielleicht sogar eine neue Qualität erreicht hat. Eine, die alles konsumieren, an allem teilhaben, alles be- und verurteilen will, sich aber jeder Auswahl verweigert, jede Form von Aufwand scheut und keinen Unterschied zwischen Landkarte und Welt mehr macht.

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