Kurzrezension: Is the Man Who is Tall Happy?

1817287Is the man who is tall happy?“ fragt der französische Regisseur Michel Gondry den amerikanischen Linguistik-Professor und linken Intellektuellen Noam Chomsky. Diese Frage liefert gleichzeitig den Titel des interessanten Dokumentar-Animationsfilm, der im wesentlich eine Reihe von Gespräche der beiden Persönlichkeiten darstellt.  Gondry bebildert das Gesprochene und irritiert mit seiner gleichzeitigen Selbstunter- und Überschätzung. Alles ist bemüht imperfekt, von den Zeichnungen (die trotzdem wirklich meist recht gelungen sind) bis hin zu dem Interview selbst. Fast willkürlich wird von Fachbereich zu Fachbereich gesprungen, lückenlos gehen Gespräche über Linguistik in einen Austausch zum Thema Didaktik über, nur um schließlich bei Chomskys Biographie zu landen. Chomsky war und ist einer der wichtigsten Wissenschaftler und Aktivisten unser Zeit und ein sehr kluger Mensch, an intellektueller Stimulanz fehlt es hier eindeutig nicht. Weiterlesen

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Die besten Filme des Jahres 2013 (Platz 5-1)

Natürlich ist das Vergleichen und Nebeneinanderstellen von völlig unterschiedlichen Filmen, nur weil sie im Zeitraum des gleichen Erd-Umlaufs der Sonne veröffentlicht wurden, vollkommen willkürlich. Auch das Anordnen in Bestenlisten, abgestuft nach empfundener Qualität, fällt häufig schwer – die vielen Stärken und Schwächen einer Veröffentlichung, gegen die einer anderen abzuwiegen, gleicht oft dem sprichwörtlichen vergleichen von Äpfeln und Birnen. Da stehen sich dann Blockbuster- und Indiestreifen, Popcorn-Thriller und Arthouse-Drama gegenüber. Trotzdem können solche Rangfolgen zum Nachdenken anregen und neue Erkenntnisse hervorbringen: Welche Filme des Jahres waren bedeutsam, an welche wird man sich auch in Zukunft erinnern können? Welche haben uns einen Abend lang begleitet und welche werden das noch ein Leben lang tun? Diese Auswahl ist rein Subjektiv, und sicher sind mir viele wichtige, unterhaltsame und gute Filme entgangen –  herausragend und, in manchen Fällen sogar als bedeutsamen Schritt für das Medium zu werten, sind diese zehn Kunstwerke in jedem Fall.

before-midnight-movie-poster-1Platz 5: Before Midnight

Als Richard Linklater 1995 Before Sunrise veröffentlichte, war noch niemandem klar, wie lange die Figuren Jesse und Céline ihn und seine Zuschauer noch begleiten würden. Was als einfaches Liebesdrama begann, ist heute fast ein soziologisches Experiment, eine philosophische, aber immer geerdete Abhandlung über Beziehungen und Liebe.

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Die besten Filme des Jahres 2013 (Platz 10-6)

Natürlich ist das Vergleichen und Nebeneinanderstellen von völlig unterschiedlichen Filmen, nur weil sie im Zeitraum des gleichen Erd-Umlaufs der Sonne veröffentlicht wurden, vollkommen willkürlich. Auch das Anordnen in Bestenlisten, abgestuft nach empfundener Qualität, fällt häufig schwer – die vielen Stärken und Schwächen einer Veröffentlichung, gegen die einer anderen abzuwiegen, gleicht oft dem sprichwörtlichen vergleichen von Äpfeln und Birnen. Da stehen sich dann Blockbuster- und Indiestreifen, Popcorn-Thriller und Arthouse-Drama gegenüber. Trotzdem können solche Rangfolgen zum Nachdenken anregen und neue Erkenntnisse hervorbringen: Welche Filme des Jahres waren bedeutsam, an welche wird man sich auch in Zukunft erinnern können? Welche haben uns einen Abend lang begleitet und welche werden das noch ein Leben lang tun? Diese Auswahl ist rein Subjektiv, und sicher sind mir viele wichtige, unterhaltsame und gute Filme entgangen –  herausragend und, in manchen Fällen sogar als bedeutsamen Schritt für das Medium zu werten, sind diese zehn Kunstwerke in jedem Fall.

The_Spectacular_Now_5Platz 10: The Spectacular Now 

The Spectacular Now ist alles, was eine Geschichte für und über Teenager sein sollte: Ehrlich, lustig und mit wichtigen Themen beschäftigt, ohne den Zeigefinger zu erheben. Wenn ein Sujet wie Alkoholismus bei Jugendlichen behandelt wird, passiert dies in der Regel auf eine anstrengende, sehr pädagogische Weise. Hier ist dieser ein zwar wichtiger, aber dennoch nicht alles beherrschender Teilaspekt von Protagonist Sutter Keely, der über seine Liebe zur zurückhaltenden Aimee Finecky langsam lernen muss, dass sein Leben im Jetzt ihn nicht auf Dauer glücklich machen kann.  Die Darsteller Miles Teller und Shailene Woodley sind große Neuentdeckungen, beiden darf nach einer solch herausragenden Leistung, Weiterlesen

Kurzrezensionen: Prince Avalanche, Riddick

Prince_Avalanche_Official_PosterPrince Avalanche (2013): Ein ums andere Mal hat Hollywood in diesem Jahr die Welt untergehen lassen. Die Zivilisation endet und die wenigen Überlebenden des jeweiligen Desasters streifen durch die kargen Überreste der Städte und Dörfer. Alvin und Lance, zwei Straßenarbeiter, leben nicht in einer postapokalyptischen Welt – einen wirklichen Unterschied macht das aber nicht. Die beiden könnten genauso gut die letzten Menschen auf dem Planeten sein, so vereinsamt und isoliert wirken die von Waldbränden verheerten Straßen, an denen sie arbeiten. Alvin (Paul Rudd) vertreibt sich die Zeit mit Kassetten mit deutschem Sprachunterricht, Lance (Emile Hirsch) will lieber Rockmusik hören und denkt an das Wochenende, feiern und Frauen. Die Beiden sind unverkennbar ein ungleiches Paar. Weiterlesen

Rezension: New World

NEW-WORLD_Character-poster_Lee_smaller-thumb-630xauto-37469Wenige Länder der Welt haben sich in den vergangenen fünfzig Jahren so radikal verändert wie Südkorea. Noch in den sechziger Jahren galt die Republik als isolierter Agrarstaat, heute verbinden wir wenige andere Länder so sehr mit moderner Technologie. Allen  voran Technik-Riese Samsung, aber auch Firmen wie LG oder Hyundai erlangten Weltruhm. Wie überall, wo der Kapitalismus Einzug erhielt, schossen gewaltige Bauten aus Glas und Stahl aus dem Boden und verdrängt nach und nach die Tempel und Hanoks. Die Bewohner dieser palastartigen Wolkenkratzer sind, wie auch sonst auf der Welt, Legionen fast gesichtsloser Anzugträger und CEOs. Eine neue Welt ist entstanden.

Regisseur Hoon-jung Park (unter anderem bekannt als Autor des düsteren und blutigen Rache-Thrillers I Saw The Devil) scheint der Glanz des Fortschritts nicht ganz geheuer zu sein. In seinem zweiten Film New World bemüht er sich um einen Blick hinter die verschlossenen Türen der Meetings und Konferenzen. Weiterlesen

Kurzrezensionen: Die Jagd, Der große Gatsby

die-jagd-filmplakaten-hd-mads-mikkelsen-thomas-bo-larsen-susse-woldDie Jagd (2012): Mein höchstes Ziel ist es, meinen Figuren und Szenen die Wahrheit abzuringen. Ich schwöre, dies mit allen verfügbaren Mitteln zu tun, auf Kosten jeglichen guten Geschmacks und ästhetischer Überlegungen. So heißt es am Ende des berühmten Keuschheitsgelübdes der Bewegung Dogma 95. Und auch wenn der neuste Film vom Mitautor des Manifestes, Thomas Vinterberg – Die Jagd – sich nicht mehr an die zehn Gebote von damals hält, geht es ihm nicht weniger um die Wahrheitssuche. Weiterlesen

Rezension: The Conjuring

Ithe-conjuring-poster (1)n den vereinigten Staaten ist The Conjuring, der neue Film von James Wan (Autor und Regisseur von unter anderem SAW und Insidious), der Überraschungshit des Jahres. Während viele Blockbuster hinter den Erwartungen zurückblieben, und die Studios entsprechend enttäuscht sind,  konnte der Geisterhaus-Streifen bislang mit einem Budget von nur dreizehn Millionen fast das Zehnfache einspielen. Sowohl Kritiker als auch Publikum äußern sich überwiegend begeistert. Dass der Film auf einer wahren Begebenheit beruhen soll und von der MPAA (trotz geringem Gewaltgrad) ein harsches R-Rating (ab 17, außer in Elternbegleitung)  bekommen hat, angeblich für den hohen Grusel-Faktor, trägt weiter zum Hype bei, den der Film gegenwärtig erfährt. Doch was ist dran an dem ganzen Spuk um den Spuk? Weiterlesen