Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Magie ist Kontrast, die Abweichung von der Norm, die Möglichwerdung des Unmöglichen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn alles Magie ist, ist nichts Magie. David Yates‘ Harry-Potter-Spin-off Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ist ein buntes Effektfeuerwerk, das den dunklen Leinwandhimmel ganz und gar überstrahlt, bis eine gleichmäßige Fläche ohne Abweichung entsteht. Magielose Magie. Yates erklärt die Tricks des Kinos zu mächtigen Sprüchen, schwingt seinen Zauberstab aber unbeherrscht, als wäre er ein Spielzeug. Ein Wingardium Leviosa, und plötzlich hat nichts mehr Gewicht.

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Rezension: Guardians of the Galaxy

Guardians-of-the-Galaxy-Poster-High-ResWas es so schwer macht über die zeitgenössische Comic-Verfilmung zu schreiben ist ihre Gleichförmigkeit. Marvel hat das Schablonen-Kino perfektioniert und produziert wie am Fließband effektgeladene Blockbuster, die mit genau der richtigen Menge an Action und gelegentlichen Humoreinlagen zunächst Test-Publikums und später die Multiplex-Massen unterhalten. Sowohl die Kritik als auch Teile der Zuschauerschaft reagieren mittlerweile auf diese Formelhaftigkeit mit Unwillen, und dieser Effekt wird in Zukunft, mit einer exponentiell wachsenden Anzahl von Marvel-Filmen sicher nicht schwächer. Und eines ist sicher: Das Studio ist gekommen um zu bleiben, Kalenderplätze sind bis 2020 gesichert, es steht viel Geld auf dem Spiel. Die größten Kolonialisten des Kinos haben die Zukunft erobert und müssen sich jetzt überlegen, wie sie die Einheimischen auf Dauer von der Rebellion (also dem Fernbleiben vom Ticketschalter) abhalten können. Weiterlesen

Rezension: The Raid 2

Raid PosterThe Raid 2 ist in vielerlei Hinsicht das exakte Gegenteil seines Vorgängers – und das ist in fast jeder Hinsicht ein Problem. Gareth Evans letzter Film war klein in Umfang und Dimension, rau und vor allem äußerst fokussiert. Begrenzt auf einen einzigen Schauplatz und eine feste Riege von Figuren waren Rahmenhandlung und Drehbuch ein hinreichendes Mittel zum Zweck. Dieser Zweck bestand darin, die harten, exzellent choreographierten und gefilmten Martial-Arts Kämpfe zu bewundern. Diese wurden zwar auf Dauer etwas eintönig, aber über einer Laufzeit von unter 100 Minuten vermochte das Gewaltballet Herz und Hirn nicht nur zu berühren, sondern auch auf sämtliche Zimmerwände zu verteilen.

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Rezension: Godzilla

Godzilla-Teaser-Poster-2Für Joe Brody (Brya Cranston) ist die Vergangenheit Sperrgebiet. Vor 15 Jahren hat er bei einem Unglück in einem Atomkraftwerk seine Frau verloren. Verkraftet hat er das nie wirklich. Fest überzeugt davon, dass der Ursprung der Katastrophe nicht, wie es von der Regierung dargestellt wird, in einem Erdbeben zu finden ist, dringt er immer wieder für Nachforschungen in das streng bewachte Unglücksgebiet ein. Sein Sohn Ford (Aaron Tayloer-Johnson), Soldat der US-Armee und Waffenexperte, kehrt gerade von einem längeren Einsatz zu seiner Familie zurück, als er einen Anruf erhält. Sein Vater ist (mal wieder) von der Polizei aufgegriffen worden. Zähneknirschend reist Ford nach Japan. Doch schon bald stellt sich heraus, dass Joe alles andere als ein Wirrkopf ist, der die Vergangenheit nicht ruhen lassen kann. Im Kern der Zone haben Sicherheitskräfte und Forscher eine Art riesenhaften Kokon entdeckt. Eine Kreatur schlüpft, wenig später wird sich eine weiter finden. Die Wissenschaftler bezeichnen sie als M.U.T.O. (Massive Unidentified Terrestrial Organism).  Diese ziehen durch die Welt  auf der Suche nach ihrer Nahrung, atomarer Energie, und legen dabei diverse Großstädte in Schutt und Asche. Bis plötzlich ein weiteres Monster auftaucht und zur großen Hoffnung der Menschheit wird: Godzilla. Weiterlesen

Rezension: Snowpiercer

snowpiercer_ver20_xlg„You can’t be neutral on a moving train“, wusste schon Howard Zinn. Sind die riesigen Stahlungetüme erst einmal in eine bestimmte Richtung unterwegs, muss aktiv eingegriffen werden, um zu einem anderem Ziel, als dem zu erwartenden zu gelangen. Sie bewegen sich auf den ewig gleichen Bahnen, ihr Weg ist vorbestimmt. Auch der koreanische Regisseur Joon-ho Bong nimmt sich diese Weisheit durchaus zu Herzen, und lässt  seinen nunmehr fünften Langfilm die wenigen Überlebenden einer globalen Wetterkatastrophe auf einem gewaltigen Zug versammeln. Die letzen Menschen verteilen sich nun auf einige hundert Quadratmeter und donnern in ewigen Kreisen durch das vereiste Eurasien. In der Außenwelt herrschen unwirtlichste Temperaturen, doch auch im inneren sind Leben und Überleben nicht unbedingt einfach.

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Kurzrezensionen: Prince Avalanche, Riddick

Prince_Avalanche_Official_PosterPrince Avalanche (2013): Ein ums andere Mal hat Hollywood in diesem Jahr die Welt untergehen lassen. Die Zivilisation endet und die wenigen Überlebenden des jeweiligen Desasters streifen durch die kargen Überreste der Städte und Dörfer. Alvin und Lance, zwei Straßenarbeiter, leben nicht in einer postapokalyptischen Welt – einen wirklichen Unterschied macht das aber nicht. Die beiden könnten genauso gut die letzten Menschen auf dem Planeten sein, so vereinsamt und isoliert wirken die von Waldbränden verheerten Straßen, an denen sie arbeiten. Alvin (Paul Rudd) vertreibt sich die Zeit mit Kassetten mit deutschem Sprachunterricht, Lance (Emile Hirsch) will lieber Rockmusik hören und denkt an das Wochenende, feiern und Frauen. Die Beiden sind unverkennbar ein ungleiches Paar. Weiterlesen

Kurzrezensionen: Now You See Me; Beginners

now-you-see-me-movie-poster-22Now You See Me (2013): „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“, wird Science-Fiction Autor Arthur C. Clarke oft zitiert. Für Now You see me (deutscher Titel: Die Unfassbaren) stellt das ein erhebliches Problem dar, will es uns doch von seiner Magie überzeugen, die wir schon auf den ersten Blick als technischer Trickserei erkennen. Der neue Film des Action-Regisseurs Louis Letterier (bekannt für das 3D-Disaster Kampf der Titanen und die 2008er Version unglaublichen Hulks) verschlägt uns in das Metier der Illusionisten und Bühnenzauberer. Vier Zauberkünstler werden von einem Unbekannten zusammengeführt – wenig später tauchen sie als Magier-Trupp mit dem Namen „Die vier Reiter“ auf der internationalen Bildfläche auf. Weiterlesen