Tod als Chance – Sommerblockbuster und der Bedeutungsverlust des Kinos

Im Kino geht mal wieder die Welt unter und in der Welt mal wieder das Kino. Wie jedes Jahr: Wenn die Zeit der Leinwand als Schlachtplatte zu Ende geht, wird resümiert über das besonders teure Kino. In diesem Jahr lag es schwer im Magen und hat den Journalisten der Welt Albträume vom Untergang beschert. Vieles, was es im Sommer zu sehen gab, war egal, und so kann man es Wired-Autor Brian Raftery kaum verübeln, wenn er fragt: Could this be the year the movies stopped mattering? Ist 2016 das Jahre, in dem Filme aufhören, wichtig zu sein?

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Wie Kassenschlager aus China den amerikanischen Blockbuster verändern

Goldgräberstimmung klingt nur nach einem erstrebenswerten Zustand, wenn man dabei nicht tatsächliche Goldgräber vor Augen hat. Die amerikanischen Schürfer, die sich im 19. Jahrhundert vom Goldfieber packen ließen, waren oft Getriebene, die eine Chance sahen, bitterster Armut zu entkommen. Die meisten von ihnen gingen leer aus. Angesichts des rasant wachsenden chinesischen Filmmarktes herrscht gegenwärtig Goldgräberstimmung in Hollywood. Arm ist man in der Traumfabrik längst noch nicht, doch im Laufe der nächsten Jahre wird China die USA als größter Kinomarkt überholen. Bereits 2017 soll es vielen Analysten zufolge soweit sein. Es ist ein Prozess, der am amerikanischen Blockbuster-Kino nicht spurlos vorübergehen wird.

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Monster statt Menschen – Wie der Blockbuster lernte, sein Publikum zu hassen

Es brauchte nicht viel, um die gesamte Welt in Angst und Schrecken zu versetzen: Drei Hai-Puppen von etwa 1,5 Meter Länge, die nicht einmal vollständig funktionsfähig waren. Als Steven Spielbergs Der weiße Hai am 20. Juni 1975, also vor ziemlich genau 40 Jahren, erstmals einem breiten Publikum gezeigt wurde, wusste noch niemand, wie hoch die Wellen des Films letztendlich schlagen würden.

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Rezension: Guardians of the Galaxy

Guardians-of-the-Galaxy-Poster-High-ResWas es so schwer macht über die zeitgenössische Comic-Verfilmung zu schreiben ist ihre Gleichförmigkeit. Marvel hat das Schablonen-Kino perfektioniert und produziert wie am Fließband effektgeladene Blockbuster, die mit genau der richtigen Menge an Action und gelegentlichen Humoreinlagen zunächst Test-Publikums und später die Multiplex-Massen unterhalten. Sowohl die Kritik als auch Teile der Zuschauerschaft reagieren mittlerweile auf diese Formelhaftigkeit mit Unwillen, und dieser Effekt wird in Zukunft, mit einer exponentiell wachsenden Anzahl von Marvel-Filmen sicher nicht schwächer. Und eines ist sicher: Das Studio ist gekommen um zu bleiben, Kalenderplätze sind bis 2020 gesichert, es steht viel Geld auf dem Spiel. Die größten Kolonialisten des Kinos haben die Zukunft erobert und müssen sich jetzt überlegen, wie sie die Einheimischen auf Dauer von der Rebellion (also dem Fernbleiben vom Ticketschalter) abhalten können. Weiterlesen