Kurzrezension: Only Lovers Left Alive

only_lovers_left_alive_ver3_xlgSchallplatten drehen sich, die Welt dreht sich und Menschen drehen sich ihr Leben lang um sich selbst. So zeigt es uns Jim Jarmusch in den ersten Einstellungen seines neusten Films, Only Lovers Left Alive. Darüber hinaus zeigt er auch, was sich daran ändert, wenn das Leben ewig währt. Adam und Eve sind ein Ehepaar und, vielleicht noch bedeutsamer, unsterbliche Vampire. Die Unendlichkeit ihres Daseins füllen sie mit Kunst – Adam (Tom Hiddleston) spielt düstere Postrocksongs, besitzt eine Leidenschaft für alte Gitarren und lebt zurückgezogen in einer Mischung aus Tonstudio und Wohnung im kalten, verlassenen Detroit.  Eve (Tilda Swinton)  verbringt ihre Zeit in den Straßen der marokkanischen Hafenstadt Tanger, liest große Werke der Weltliteratur und trifft sich mit ihrem Freund Marlowe (John Hurt), der unter anderem Ghostwriter Shakespeares war.

Die Beiden leben jeweils in ihrem eigenen Mikrokosmos aus Zeitgeschichte, Weiterlesen

Kurzrezensionen: Escape from Tomorrow; Zero Charisma

escape_from_tomorrow_poster-Escape from Tomorrow (2013): Niemand stirbt in Disneyland. Natürlich ist das nicht die ganze Wahrheit, allein statistisch ist dies bei jährlichen Besucherzahlen von über 12,8 Million  sehr unwahrscheinlich. In der Realität enden natürlich auch im berühmten Freizeitpark die Leben von Menschen, ihre Körper werden aber vom Personal durch die Tunnelsysteme aus dem Gelände verfrachtet und erst dort von den Ärzten für Tod erklärt. Zum Markenkern der Firm von Micky Mouse und Donald Duck gehört eine Aura des magischen, das Bild des Konzerns ist betont familienfreundlich. Von „Disneyfizierung“ wird immer wieder gesprochen, wenn euphemistische Harmlosigkeit die Realität verzerrt. Der Wunsch, den kommerziell verwerteten Mythos zu entzaubern ist groß: Zahllose Bücher, Dokumentationen und Artikel beschäftigen sich mit der „dunklen Seite“ von Disney. So auch Randy Moores Film Escape from Tomorrow, der ohne Drehgenehmigung im Disneyland Resort Anaheim entstanden ist. Schon im Titel schwebt Kritik am eskapistischen Grundgedanken des Parks mit. Weiterlesen

Kurzrezensionen: Prince Avalanche, Riddick

Prince_Avalanche_Official_PosterPrince Avalanche (2013): Ein ums andere Mal hat Hollywood in diesem Jahr die Welt untergehen lassen. Die Zivilisation endet und die wenigen Überlebenden des jeweiligen Desasters streifen durch die kargen Überreste der Städte und Dörfer. Alvin und Lance, zwei Straßenarbeiter, leben nicht in einer postapokalyptischen Welt – einen wirklichen Unterschied macht das aber nicht. Die beiden könnten genauso gut die letzten Menschen auf dem Planeten sein, so vereinsamt und isoliert wirken die von Waldbränden verheerten Straßen, an denen sie arbeiten. Alvin (Paul Rudd) vertreibt sich die Zeit mit Kassetten mit deutschem Sprachunterricht, Lance (Emile Hirsch) will lieber Rockmusik hören und denkt an das Wochenende, feiern und Frauen. Die Beiden sind unverkennbar ein ungleiches Paar. Weiterlesen

Kurzrezensionen: Now You See Me; Beginners

now-you-see-me-movie-poster-22Now You See Me (2013): „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“, wird Science-Fiction Autor Arthur C. Clarke oft zitiert. Für Now You see me (deutscher Titel: Die Unfassbaren) stellt das ein erhebliches Problem dar, will es uns doch von seiner Magie überzeugen, die wir schon auf den ersten Blick als technischer Trickserei erkennen. Der neue Film des Action-Regisseurs Louis Letterier (bekannt für das 3D-Disaster Kampf der Titanen und die 2008er Version unglaublichen Hulks) verschlägt uns in das Metier der Illusionisten und Bühnenzauberer. Vier Zauberkünstler werden von einem Unbekannten zusammengeführt – wenig später tauchen sie als Magier-Trupp mit dem Namen „Die vier Reiter“ auf der internationalen Bildfläche auf. Weiterlesen

Rezension: Pain & Gain

pain-and-gain-poster-final-posterEines haben Bodybuilder und Fans von Michael Bay-Filmen gemeinsam: Klassischerweise vermutet man in ihren Rängen eher einfache Zeitgenossen, überwiegend jung und männlich. Wenn man zwischen den beiden Gruppen instinktiv gewisse Überschneidungen vermutet, dürfte man damit nicht zwangsläufig falsch liegen. Auf diesen Gedanken sind wohl auch Bay und sein Produktionsteam gekommen, als Pain & Gain, der jüngste Film des Kaliforniers, konzipiert wurde.

Wer nun also lediglich Explosionen, Gewalt, Testosteron, schwitzende Männermuskeln und knapp bekleidete Frauen erwartet liegt – nun ja, erst einmal absolut richtig. Weiterlesen