Rezension: Mad Max – Fury Road

Copyright: Warner Bros. GmbHEine Richtung: Vorwärts. Kein Ballast. George Millers Mad Max: Fury Road ist Actionkino mit durchgedrücktem Gaspedal. Und so viel mehr: Wahnsinn mit Stoßrichtung, eine rasend kinetische Offensive auf die phantasielos siechende Leprakolonie Blockbuster-Kino. Irgendwo zwischen Alejandro Jodorowsky, Terry Gilliam, Buster Keaton, Werner Herzog und David Lean gelingt ein Befreiungsschlag. Nicht lediglich frischer Wind, sondern ein gewaltiger, bizarrer Bildersturm.

30 Jahre sind vergangen, seitdem der innerlich gebrochene Endzeit-Cowboy Max Rockatansky (früher: Mel Gibson; heute: Tom Hardy) das letzte Mal auf der großen Leinwand zu sehen war. In einem früheren Leben war er Polizist, heute ist er hauptberuflich Überlebender. In der Welt nach der nuklearen Apokalypse ist die Zivilisation lediglich eine verblassende Erinnerung; eine Legende, die man sich erzählt. Die Gegenwart gleicht einer endlosen Wüste. Lange schon führen die letzten Menschen Kriege um Öl, seit einer Weile auch um Wasser. Weiterlesen

Rezension: A Girl Walks Home Alone at Night

a-girl-walks-home-alone-at-night.35197A Girl Walks Home Alone At Night ist die Geschichte zweier Menschen, die sich erst in den Wandel, dann ineinander verlieben. Ihre Liebe stünde unter einem schlechtem Stern, würde am Himmel ihrer Welt auch nur ein einziger scheinen. Licht ist für sie etwas Künstliches, kommt von Straßenlaternen und Discokugeln; Dunkelheit hingegen scheint der Normalzustand.

Ihr kommt das gerade recht. Die Rolltitel nennen sie nur „Das Mädchen“ (Sheila Vand). Einen Namen braucht sie nicht; es gibt ja auch keinen für das Gefühl von Verfolgung auf dem nächtlichen Nachhauseweg. Und auch für ihren Zustand gibt es höchstens umschreibende Worte. Am treffendsten scheint noch: Vampir. Weiterlesen

Rezension: Der große Trip – Wild

Wild-US-Teaser-PosterWenn Der große Trip – Wild endlich vorbei ist wünscht man sich, auch Jean-Marc Vallée würde auf eine sehr lange Reise gehen. Im zweitbesten Fall findet er sich dabei selbst. Im besten Fall wird er von einem Bären gefressen. Sein erster Film nach dem Oscarerfolg Dallas Buyers Club schickt Rees Witherspoon als Cheryl Strayed auf einen Tausendmeilenmarsch durch die Wildnis Amerikas, entlang des Pacific Crest Trail, aber auch auf eine Reise durch ihre eigene Vergangenheit. Der Selbsterfahrungs-Trip ist die unmittelbare Reaktion auf traumatische Erlebnisse, es ist eine Flucht vor der Einsamkeit unter Menschen. Doch das Wandern auf abseitigen Pfaden fordert auch seinen Tribut, seelisch wie körperlich: Bereits in der ersten Szene sehen wir Cheryl einen entzündeten Zehennagel von ihrem Körper abreißen. Physis und Psyche verschmelzen, es ist ein schmerzhaftes Bild; leider nicht einmal ansatzweise so schmerzhaft wie die Erfahrung, die folgenden zwei Stunden Film zu ertragen. Weiterlesen