Tod als Chance – Sommerblockbuster und der Bedeutungsverlust des Kinos

Im Kino geht mal wieder die Welt unter und in der Welt mal wieder das Kino. Wie jedes Jahr: Wenn die Zeit der Leinwand als Schlachtplatte zu Ende geht, wird resümiert über das besonders teure Kino. In diesem Jahr lag es schwer im Magen und hat den Journalisten der Welt Albträume vom Untergang beschert. Vieles, was es im Sommer zu sehen gab, war egal, und so kann man es Wired-Autor Brian Raftery kaum verübeln, wenn er fragt: Could this be the year the movies stopped mattering? Ist 2016 das Jahre, in dem Filme aufhören, wichtig zu sein?

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Wie Kassenschlager aus China den amerikanischen Blockbuster verändern

Goldgräberstimmung klingt nur nach einem erstrebenswerten Zustand, wenn man dabei nicht tatsächliche Goldgräber vor Augen hat. Die amerikanischen Schürfer, die sich im 19. Jahrhundert vom Goldfieber packen ließen, waren oft Getriebene, die eine Chance sahen, bitterster Armut zu entkommen. Die meisten von ihnen gingen leer aus. Angesichts des rasant wachsenden chinesischen Filmmarktes herrscht gegenwärtig Goldgräberstimmung in Hollywood. Arm ist man in der Traumfabrik längst noch nicht, doch im Laufe der nächsten Jahre wird China die USA als größter Kinomarkt überholen. Bereits 2017 soll es vielen Analysten zufolge soweit sein. Es ist ein Prozess, der am amerikanischen Blockbuster-Kino nicht spurlos vorübergehen wird.

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Eine Frage der Zeit – Gibt es zu lange Filme?

Es gibt eine Theorie, der zufolge über die Hälfte des wahrgenommenen Lebens im Alter von sieben Jahren vorbei ist. Weil wir jeden wahrgenommenen Moment mit der Gesamtheit unseres bisherigen Lebens vergleichen, erscheint jeder neue Tag und jedes neue Jahr ein wenig kürzer als das vorhergehende. Der Designer Martin Kleinert hat diese Idee in einer interaktiven Grafik visualisiert. Sie zeigt: Zeitwahrnehmung ist etwas, das sich verändert und wandelt, vom Individuum und seinem Umfeld abhängt. Etwas zutiefst Subjektives also. Dennoch ist Zeit eine Kategorie, die in Filmvertrieb, -rezeption und -kritik oft mit ihrer physikalischen Einheit gleichgesetzt wird, objektiv und vergleichbar.

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Wirtschaftsfaktor Wirklichkeit – Wieso Hollywood Dokumentar- in Spielfilme verwandelt

Mit dem Fallen der Blätter kehrt die Wahrheit ins Kino zurück – oder zumindest das, was Hollywood dafür hält: Während der Sommer traditionell die Zeit der Blockbuster ist, die der Dinosaurier, Terminatoren und Superhelden, beginnt im Herbst die bedeutungsschwangere Award-Season. Statt um weltfremde Fantastereien geht es plötzlich um echte Menschen und echte Gefühle. Der Schriftzug Based on a true story (oder auch sein kleiner Bruder Inspired by true events) wird dabei gehandhabt wie ein Gütesiegel; das Wahre wird in der Traumfabrik zur Ware.

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Media Monday #147

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1.Hollywood ergeht sich immer noch fleißig an Reboots, Remakes, Fortsetzungen etc. und schießt sich damit oft ins eigene Knie. Der letzte originäre, überzeugende, für sich allein stehende Film, den ich gesehen habe ist „Her“ von Spike Jonze (ich nehme an, hier sind nur Hollywood-Filme gemeint), eine kluge Abhandlung über das Wesen der Liebe. Weiterlesen