Warum man Filme nicht lösen sollte – selbst, wenn sie als Rätsel gedacht sind

„Inhalt ist lediglich ein flüchtiger Eindruck einer Sache, eine Begegnung wie ein Lichtblitz.“ (Willem de Kooning). Menschen mögen Muster. In jedem von uns steckt ein Verschwörungstheoretiker, der die Komplexität, Zufälligkeit und Willkür des Lebens nicht akzeptieren will. Um nur ein Beispiel zu nennen: Mit versprengten Lichtpunkten im Nichts konfrontiert, begannen Menschen Linien zu ziehen und nannten das Ergebnis Sternbilder. Auch unter den Kinofans gibt es Astrologen. Sie schreiben elaborierte Fantheorien, erstellen Flussdiagramme oder Tabellenkalkulationen und führen endlose Forumsdiskussionen.

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Kurzrezensionen: Iron Man 3; Star Trek Into Darkness

8513994084_cafcbae77b_oIron Man 3 (2013): Nach den Ereignissen von The Avengers leidet Tony Stark (Robert Downey Jr.), besser bekannt als Iron Man, unter Schlafstörungen und Angstattacken. Seine Disposition könnte nicht zu einem schlechteren Zeitpunkt kommen: Der Terrorist Mandarin (Ben Kingsley) inszeniert sich als Lehrmeister der Amerikaner, seine Lektionen sind Anschläge gegen Zivilisten.

Der dritte Teil der Reihe weist einige Neuerungen auf: Jon Favreau, Regisseur der beiden Vorgänger, überlässt den Regiestuhl diesmal Shane Black (bekannt etwa für das Unterhaltsame Downey Jr. Vehikel Kiss Kiss, Bang Bang). Dieser beteiligt sich gleichzeitig auch am Drehbuch. Wirklich profitieren kann der Film davon jedoch nicht: Gerade der Versuch, Tony Stark durch neue Schwächen tiefe zu verleihen wirkt aufgesetzt und inkonsequent. Downey Jr. spielt routiniert, Kingsley unterhält, Guy Pearce als Stark-Konkurrent Aldrich Killian alterniert zwischen unvermögend und lustlos. Die Action wirkt kostspielig und überbordend, die Szenerien gewaltig – ein wirklicher Sinn für physische Bedrohung wird jedoch nie aufgebaut.

Tony Stark kann seine Anzüge neuerdings auch alleine in den Kampf schicken, und sie bieten somit eine gute Metapher für das Erlebnis, welches Iron Man 3 darstellt: Sie sind schnell, beeindruckend und immer in Bewegung, im Endeffekt bleiben sie aber immer eine glänzende, leere Hülle.

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Star Trek Into Darkness (2013): Nach einem Sprengstoffanschlag auf ein Archiv der Sternflotte verfolgt Captain Kirk (Chris Pine) gemeinsam mit seiner Crew den Terroristen John Harrison (Benedict Cumberbatch). Dieser flüchtet sich ausgerechnet nach Kronos, Heimatplanet der Klingonen.

Von wirklicher Relevanz ist diese Handlung nicht, Regisseur J. J. Abrams setzt viel mehr schön anzuschauende Weltraumschlachten in Szene und lässt seine sympathischen Charaktere aufeinander prallen. Vor allem die Wortgeplänkel zwischen Kirk und seinem Commander Spock (Zachary Quinto) wissen zu unterhalten; auch Scotty (charmant wie immer: Simon Pegg) kann mit viel Situationskomik aufwarten. Schauspielerisch gibt es keine Ausfälle, vor allem Cumberbatch chargiert das es eine Freude ist. Die Effekte sind gewohnt eindrucksvoll. Insgesamt ist Star Trek Into Darkness eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers, Charaktere müssen nicht mehr vorgestellt werden und könnten entwickelt werden – was jedoch leider nicht geschieht. Into Darkness ist Popcornkino, das über seine zwei Stunden gut trägt und unterhält, danach aber schneller in Vergessenheit gerät, als ein Redshirt bei einem Außeneinsatz.