Kurzrezensionen: Now You See Me; Beginners

now-you-see-me-movie-poster-22Now You See Me (2013): „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“, wird Science-Fiction Autor Arthur C. Clarke oft zitiert. Für Now You see me (deutscher Titel: Die Unfassbaren) stellt das ein erhebliches Problem dar, will es uns doch von seiner Magie überzeugen, die wir schon auf den ersten Blick als technischer Trickserei erkennen. Der neue Film des Action-Regisseurs Louis Letterier (bekannt für das 3D-Disaster Kampf der Titanen und die 2008er Version unglaublichen Hulks) verschlägt uns in das Metier der Illusionisten und Bühnenzauberer. Vier Zauberkünstler werden von einem Unbekannten zusammengeführt – wenig später tauchen sie als Magier-Trupp mit dem Namen „Die vier Reiter“ auf der internationalen Bildfläche auf. Weiterlesen

Kurzrezensionen: Iron Man 3; Star Trek Into Darkness

8513994084_cafcbae77b_oIron Man 3 (2013): Nach den Ereignissen von The Avengers leidet Tony Stark (Robert Downey Jr.), besser bekannt als Iron Man, unter Schlafstörungen und Angstattacken. Seine Disposition könnte nicht zu einem schlechteren Zeitpunkt kommen: Der Terrorist Mandarin (Ben Kingsley) inszeniert sich als Lehrmeister der Amerikaner, seine Lektionen sind Anschläge gegen Zivilisten.

Der dritte Teil der Reihe weist einige Neuerungen auf: Jon Favreau, Regisseur der beiden Vorgänger, überlässt den Regiestuhl diesmal Shane Black (bekannt etwa für das Unterhaltsame Downey Jr. Vehikel Kiss Kiss, Bang Bang). Dieser beteiligt sich gleichzeitig auch am Drehbuch. Wirklich profitieren kann der Film davon jedoch nicht: Gerade der Versuch, Tony Stark durch neue Schwächen tiefe zu verleihen wirkt aufgesetzt und inkonsequent. Downey Jr. spielt routiniert, Kingsley unterhält, Guy Pearce als Stark-Konkurrent Aldrich Killian alterniert zwischen unvermögend und lustlos. Die Action wirkt kostspielig und überbordend, die Szenerien gewaltig – ein wirklicher Sinn für physische Bedrohung wird jedoch nie aufgebaut.

Tony Stark kann seine Anzüge neuerdings auch alleine in den Kampf schicken, und sie bieten somit eine gute Metapher für das Erlebnis, welches Iron Man 3 darstellt: Sie sind schnell, beeindruckend und immer in Bewegung, im Endeffekt bleiben sie aber immer eine glänzende, leere Hülle.

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Star Trek Into Darkness (2013): Nach einem Sprengstoffanschlag auf ein Archiv der Sternflotte verfolgt Captain Kirk (Chris Pine) gemeinsam mit seiner Crew den Terroristen John Harrison (Benedict Cumberbatch). Dieser flüchtet sich ausgerechnet nach Kronos, Heimatplanet der Klingonen.

Von wirklicher Relevanz ist diese Handlung nicht, Regisseur J. J. Abrams setzt viel mehr schön anzuschauende Weltraumschlachten in Szene und lässt seine sympathischen Charaktere aufeinander prallen. Vor allem die Wortgeplänkel zwischen Kirk und seinem Commander Spock (Zachary Quinto) wissen zu unterhalten; auch Scotty (charmant wie immer: Simon Pegg) kann mit viel Situationskomik aufwarten. Schauspielerisch gibt es keine Ausfälle, vor allem Cumberbatch chargiert das es eine Freude ist. Die Effekte sind gewohnt eindrucksvoll. Insgesamt ist Star Trek Into Darkness eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers, Charaktere müssen nicht mehr vorgestellt werden und könnten entwickelt werden – was jedoch leider nicht geschieht. Into Darkness ist Popcornkino, das über seine zwei Stunden gut trägt und unterhält, danach aber schneller in Vergessenheit gerät, als ein Redshirt bei einem Außeneinsatz.

Kurzrezensionen: The Flowers of War; The Fly; Away We Go

The Flowers of War (2007): Zhag Yimous Interpretation des Nanking-Massaker verbindet beeindruckend inszenierte, aber für die Handlung eher unbedeutende Schlachten mit der rührenden Geschichte um zwei Gruppen von Kriegsopfern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Unter der Führung des als Priester getarnten Bestatters John Miller (Christian Bale) kämpfen sowohl eine Gruppe junger Schülerinnen als auch Prostituierte aus einem nahen Bordell, um ihr Überleben und suchen Schutz in der örtlichen, katholischen Kirche. Das stellenweise etwas  japanophob anmutende Drama schafft den Spagat zwischen Schauwerten und Schockmomenten und besticht mit meist sympathischen Charakteren sowie einer faszinierenden Atmosphäre

Wertung: 8/10

The Fly (1986): Wissenschaftler Seth Brundle (Jeff Goldblum) hat eine Teleport-Maschine entwickelt. Beim Selbstversuch gerät  eine Fliege mit in die Apparatur – Folge ist eine DNS-Verschmelzung und die langsame Verwandlung in ein Fliegenmonster. David Cronenbergs bemüht in seiner Verfilmung der gleichnamigen Kurzgeschichte von 1957 den für ihn so typischen Bodyhorror und schafft ein sehr viszerales Erlebnis, das weniger mit durchdachten Charakteren oder vielschichtiger Handlung überzeugt als mit seinen technischen Tricks und brillant ekelhaftem Maskenbild.

Wertung: 6/10

Away We Go (2009): Burt und Verona sind Anfang 30, erwarten ein Kind und suchen Orientierung in ihrem Leben. Als Burts Eltern überraschend umziehen nimmt das junge Paar dies als Anlass, um Freunde und Verwandte in ganz Amerika zu besuchen um eine geeignete Heimat zu finden. Sam Mendes etwas handzahme Komödie kann zwar mit einigen netten Gags über das amerikanische Familienleben und liebenswürdigen Hauptdarstellern aufwarten, bleibt immer vorhersehbar und uninspiriert – gerade vom Regisseur von Filmen wie American Beauty oder Jarhead.

Wertung: 6/10