Über das Problem von Technologiekritik in Kino und Serien

Wenn Menschen heute noch Visionen für die Zukunft formulieren, dann richtet sich ihr utopisches Denken auf Technologie. Dabei hat sich so etwas wie ein Antagonismus entwickelt, vielleicht ist es aber auch einfach Arbeitsteilung: Während die Technologiefirmen des Silicon Valley jeden Tag neue Weltrettungsversprechen machen, zerstören in Hollywood und der Unterhaltungsbranche im Allgemeinen Roboter, künstliche Intelligenz, Drohnen, Überwachungssysteme, Smartphones, soziale Netzwerke und Co. regelmäßig den Planeten, zumindest aber das menschliche Zusammenleben und alles, was gut und heilig ist.

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Rezension: Wenn der Wind singt / Pinball 1973

wenn_der_wind_singt_pinball_1973Vielleicht sind ja alle Dinge ihre Herkunft. Jede Religion hat ihre Genesis, jedes Start-Up seinen Gründungsmythos und jeder Superheld seine Origin Story. Menschen mögen den Blick auf die Herkunft und einfache Kausalitäten. Gott sagt „Es werde Licht“, also ist Licht. Newton fällt ein Apfel auf den Kopf, also Schwerkraft. Peter Parker wird von radioaktiver Spinne gebissen, ergo Spider-Man. Nun werden auch die Ursprünge des international wohl populärsten japanischen Autors der Gegenwart näher beleuchtet, die von Haruki Murakami. Im Dumont-Verlag sind gerade erstmals seine Debütromane in deutscher Übersetzung von Ursula Gräfe erschienen; in einem Sammelband, versehen mit einem kurzen Vorwort.

Murakamis „Origin Story“ ist zunächst einmal bekannt: Nach dem Universitätsabschluss eröffnet er eine Jazz-Bar und lebt, liebt und liest. An einem sonnigen Tag hat er bei einem Baseball-Spiel eine Epiphanie und beschließt, einen Roman zu schreiben – der Baseball muss ihm nicht einmal auf den Kopf fallen. Weiterlesen

James Franco – Ein Selfie des Künstlers als junger Mann

Es gibt Titel, auf die man nicht unbedingt stolz sein muss. „King of Selfies“ ist ein solcher Titel. Das moderne Handy-Selbstporträt weckt viele negative Assoziationen: Narzissmus, Eitelkeit, ein übersteigertes Bedürfnis zur Selbstdarstellung. Die Amerikanische Gesellschaft für Psychologie (APA) nimmt sogar an, dass zu viele Selfies Ausdruck einer Geistesstörung sein könnten.


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Slaugherhouse-Five: Zeitreise zum Unzeigbaren

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Wenn im altehrwürdigen Literarischen Quartett einem Roman attestiert wurde, er sei schon mit dem Blick auf eine mögliche Verfilmung geschrieben, dann war das meistens kein Kompliment. Kurt Vonneguts Slaughterhouse-Five kann man jedoch filmische Qualitäten attestieren, ohne das in irgendeiner Weise negativ zu meinen. Durch die Macht des Schnitts durchschreiten Filmemacher in ihrem Werk mühelos Raum und Zeit. Orte, die tausende Kilometer voneinander entfernt liegen, sind plötzlich durch eine Tür verbunden. Oder einen Blick. Während einer Überblendung, die für den Zuschauer Sekunden dauert, können im Film Jahrhunderte vergehen. Weiterlesen