Das Ende des Endes – Wie Filmuniversen dem Film als eigenständiges Erlebnis schaden

Alles endet: Bücher, Serien, Filme, sogar das Leben. „Ende gut, alles gut“, heißt es bei Shakespeare. Der Barde meinte damit natürlich nicht, dass am Ende immer alles gut ist (das war selbst im gleichnamigen Stück nicht der Fall), sondern, dass die Bedeutung vieler Dinge sich erst im Rückblick wirklich erschließt. Viel Schlechtes wird erträglich durch einen gnädigen Schlussvorhang, viel Gutes erkennt man erst, wenn ein Abspann über die Leinwand flackert. Menschen werden auch von dem Wissen angetrieben, dass sie irgendwann nicht mehr sein werden.

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Rezension: Marvel’s The Avengers 2: Age of Ultron

Copyright: Walt Disney GermanyAvengers: Age of Ultron ist ein Film mit suizidalen Tendenzen. Es ist ein Film wie eine Maschine, entstanden an Maschinen, Teil einer Maschinerie – und doch handelt er vom Kampf gegen eine Maschine, mit einer Maschine. Wie bei Marvel üblich reichen ihre Zahnräder, zwischen denen alle Menschlichkeit zermahlen wird, bis zum Horizont. Regisseur Joss Whedon kämpft mit aller Kraft um eine Beseelung des Apparats. Er tritt hier nicht einfach als Filmemacher auf, sondern ist vor allem auf einer Rettungsmission. Sein Problem: Die gewaltigen Studio-Visionen sind ihm nun endgültig entwachsen, sie waren immer schon zu groß für seine Fernseh-Sensibilitäten. In der Welt von digitalen Totalen und totaler Digitalität wird jedes Close-Up zum Fremdkörper.

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Rezension: Guardians of the Galaxy

Guardians-of-the-Galaxy-Poster-High-ResWas es so schwer macht über die zeitgenössische Comic-Verfilmung zu schreiben ist ihre Gleichförmigkeit. Marvel hat das Schablonen-Kino perfektioniert und produziert wie am Fließband effektgeladene Blockbuster, die mit genau der richtigen Menge an Action und gelegentlichen Humoreinlagen zunächst Test-Publikums und später die Multiplex-Massen unterhalten. Sowohl die Kritik als auch Teile der Zuschauerschaft reagieren mittlerweile auf diese Formelhaftigkeit mit Unwillen, und dieser Effekt wird in Zukunft, mit einer exponentiell wachsenden Anzahl von Marvel-Filmen sicher nicht schwächer. Und eines ist sicher: Das Studio ist gekommen um zu bleiben, Kalenderplätze sind bis 2020 gesichert, es steht viel Geld auf dem Spiel. Die größten Kolonialisten des Kinos haben die Zukunft erobert und müssen sich jetzt überlegen, wie sie die Einheimischen auf Dauer von der Rebellion (also dem Fernbleiben vom Ticketschalter) abhalten können. Weiterlesen